Juni-Highlights in Berlin: Karneval der Kulturen, Fête de la Musique, Internationales Turnfest und vieles mehr

Die schönste Zeit in Berlin ist sicher der Frühsommer… wenn sich langsam aber sicher das Leben auf den Straßen der einzelnen Kieze, den Wasserwegen und den vielen grünen Oasen der Stadt abspielt. Nicht zu vergessen pulsiert das Sport- und Kulturleben weiterhin wie in keiner anderen Metropole Deutschlands.

Legendär und immer in Diskussion ist der Karneval der Kulturen in Kreuzberg vom 2. bis 5. Juni, der zum 22. Mal – oft tot gesagt – gute Laune verbreiten wird. „Er steht in seinem 22. Jahr mehr denn je für Offenheit und Miteinander, für Mut und Toleranz, für Freude und Menschenfreundlichkeit. Er findet statt in dem Berlin, das der Welt etwas zu sagen hat. Das unerschrockene und aufrechte, das immer etwas verstockt optimistische, immer etwas andere Berlin, das ein Zeichen setzt in seinem ‚Und dennoch!‘. Dafür machen wir alle diesen Karneval: Beamte, Beschwerdeführer, Besucher, Dienstleister, Freiwillige, Geldgeber, Händler, Künstler, Partnerfirmen, Politiker, Verwaltungsangestellte … Alle zusammen!“, so die Veranstalter.

Karneval der Kulturen (c) visitBerlin, Foto: Philip Koschel

Wunderbar und musikalisch schließt sich die Fête de la Musique am 21. Juni an. Die Fête de la Musique in Berlin ist eine Veranstaltung der Stadt Berlin, zu 35% finanziert durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei bzw. die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und zu 65% durch Mittel der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin. Zu dem dezentralen „ohne Eintritt-Musikfest“ in allen Berliner Bezirken kommen jährlich mehrere zehntausend Besucher, um den Hunderten Musikformationen zu lauschen. Dank an alle Musizierende, die zur Fête Berlin ohne Honorar auftreten…

Sportlich könnte man sich ja auch bei den guten Temperaturen betätigen… flugs zum Internationalen Deutschen Turnfest Berlin vom 3. bis 10. Juni. Es dreht sich alles um den Turnsport und gipfelt am 6. Juni in einem ganz besonderen Highlight – der großen Stadiongala im Olympiastadion Berlin. Es erwartet Sie ein unvergessliches, emotionales Erlebnis mit rund 70.000 Zuschauern in der außergewöhnlichen Kulisse des Olympiastadions. Über 6.000 Mitwirkende zaubern eine bunte und bewegende Show. Neben beeindruckenden und effektvollen Großgruppengestaltungen werden auch internationale Vorführungen, musikalische Gäste sowie besonders spektakuläre Shownummern Teil des Programms sein.

Berlin hat mehr Outdoor-Bars als manch andere Großstadt Deutschlands, die zum Verweilen, Sundowner oder Flirten geeignet sind und zuweilen auch gute Küche offerieren. Hier ein paar zur Auswahl …

Charmant im kiezigen Stadtteil Neukölln gelegen auf dem Dach des Parkhauses der Neukölln Arkaden sei hier zuerst die kreative Kunst-, Kultur- und Drink-Bar Klunkerkranich genannt – spektakulär die Aussicht, wohl der leckerste Vinho Verde, der in Strandbars angeboten wird, ein vielfältiges kulturelles Programm und eine wunderbare Lockerheit zeichnen diesen Ort aus.

Spannend, in meiner Nachbarschaft Freiheit schnuppern auf dem Tempelhofer Feld – dem größten Freiraum der Stadt… immer wieder sprießen privat betriebene Möglichkeiten Getränke aufzunehmen… und sich selbst als Gärtner zu betätigen.

Weiter sehr pittoresk ist das gestrandet Mitte. 150 Meter Wasserfront bieten mit die schönsten Sonnenuntergänge, eindrucksvollen Eindrücke inklusive.

Zu guter Letzt in dieser Sparte sei der neu eröffnete Holzmarkt erwähnt. Ein tolles Projekt von Visionären, die neben Kultur- und Lebensräumen auch das Kleinod Pampa & Spreelunke geschaffen haben, wo am Wochenende dieses schnell zum Kurzurlaub werden kann.

Ein weiteres Freiluft-Highlight ist nach wie vor die Saisoneröffnung des Monbijou-Theaters. Premieren feiern Faust am 10. Juni und Macbeth am 21. Juni… legendär auch die Aufführungen der frivolen Lustigen Weiber von Windsor. Nach dem Theater noch ein bisserl` schwofen in der dazugehörigen Strandbar Mitte – schöner können Abende in Berlin nicht sein.

Lustige Weiber der besonderen Art treten im BKA-Theater auf – und zwar aus Neukölln. Ades Zabel hat hier schon seit einigen Jahren Hausrecht und stellt sehr kritisch und lustig jeweilige Gesellschaftsanalysen in schmissigen Revuen – neueste Premiere wird am 29. Juni unter dem Arbeitstitel „Vom Ballermann zum BER“ uraufgeführt – Karten sichern!

Eine andere sehr empfehlenswerte Revue bieten die Geschwister Pfister mit „Wie wärs, wie wärs?“ „Ob im Cabrio auf dem Alpenpass, beim Campen am Gardasee, in der Villa von Ralph Siegel oder nachts in Rom – die Pfisters haben immer das passende Lied auf den Lippen.“ Unterwegs treffen sie nicht nur auf diverse Einheimische, sondern in Luigis Taverne auch auf allerhand bekannte Show und Schlagergrößen der 50er- bis 70er-Jahre. Das Ganze in der legendären Bar jeder Vernunft im schönsten Spiegelzelt der Stadt.

Geschwister Pfister: Andreja Schneider, Tobias Bonn und Christoph Marti (sitzend) © Jan Wirdeier

Im Schwesterhaus der Bar jeder Vernunft, dem Tipi am Kanzleramt, möchte ich Sie auf eine besondere Show aus Down Under aufmerksam machen: The Tap Pack. „Fünf australische Testosteron-Bündel versüßen uns den Berliner Sommer mit einer außergewöhnlichen Show: energiegeladen, explosiv und mit einer Ladung bodenständigen Sex-Appeals präsentieren die furiosen Stepptänzer kraftvolle Choreographien mit großen Gesangsklassikern von gestern bis übermorgen. Mit glanzvollen Steppeinlagen, Songs von Bublé bis Beyoncé und von Sinatra bis Ed Sheeran, singen, tanzen und entertainen sie eine göttlich glitzernde Nacht lang auf allerhöchstem Niveau. Sie fangen da an, wo die legendäre Showtruppe „The Rat Pack“ (Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis Jr.), in den Swinging Sixties aufgehört hat. Zum ersten Mal in Deutschland präsentieren The Tap Pack auf der Bühne des TIPI AM KANZLERAMT ihre hoch energetische Song-and-Dance-Show mit Livemusik.“

Klassisch ist vor der nahenden Sommerpause in Berlin natürlich auch der Bär los…

In der Staatsoper im Schillertheater hat Les Pecheurs de Perles von Georges Bizet Premiere – Spannend, da es eine Zusammenarbeit zwischen Wim Wenders und Daniel Barenboim sein wird.

In der vielfach beachteten Neuköllner Oper hat DER SCHUSS 2-6-1967 – Musiktheater von Arash Safaian (Musik) und Bernhard Glocksin (Text) – Uraufführung. „2. Juni 1967. Es ist Abend in Berlin. Die Stadt ist in Aufruhr. Ein Paar im Tumult. Er hat ein Transparent im Arm, sie ein Kind im Bauch. Er will nur noch ganz kurz bleiben. Sie geht nach Haus und wartet eine Nacht lang auf ihren Mann. Doch während Christa Ohnesorg wartet, wird ihr Heim zum Kaleidoskop einer ganzen Epoche. Rudi Dutschke, Gudrun Ensslin, Dieter Kunzelmann, Axel Springer u. a. treten wie Geister aus dem Limbus der Zeit und werfen ein surreales Licht auf ihr kommendes Schicksal und die Zukunft eines ganzen Landes. Der Schuss, der Benno Ohnesorg in dieser Nacht tötet, verändert alles.“ Prädikat: höchst wertvoll!

Ein schwaches Herz von Fjodor Dostojewski hat als herausragendes Schauspiel an der Volksbühne, letztmalig unter Regie von Frank Castorf, Premiere. Ein schwaches Herz ist eine kurze, stille und traurige Geschichte, nicht über die Unmöglichkeit sondern über die Unerträglichkeit des Glücks. Mit ihr widmet sich Castorf in seiner letzten Inszenierung an der Volksbühne noch einmal seinem Lieblingsdichter. Wir sind nicht glücklich über den Fortgang dieses großen Regisseurs.

An der Komischen Oper wird Monteverdis Krönung der Poppea als herausragende Produktion wieder neu aufgelegt… Prädikat: schräg.

Internationale Stars dürfen im Monat Juni in Berlin auch nicht fehlen:

So geben sich Udo Lindenberg und Andreas Gabalier in der romantischen Waldbühne, The Beach Boys im Tempodrom und als besonderes Highlight Depeche Mode im Olympiastadion Berlin die Ehre.

Einfach nur Flanieren können Sie auch auf den Festivals der Torstraße (8. bis 11. Juni) und 48 Stunden Neukölln (23. bis 25. Juni), geistlich reflektieren bei der Langen Nacht der Kirchen am 4. Juni.

Flüssiger Genuss in diesem Monat… warum nicht mal erinnern an unsere eigene Jugend mit einer geeisten Schlammbowle Berliner Art… Weißer Pfirsichsaft von van Nahmen, Vodka Mise en Abyme aus Berlin, Liebfraumilch reloaded, frische Pfirsiche und Ananas und schließlich leckeres Vanilleeis von Vanille & Marille auch aus Berlin – gemischt nach Ihren Präferenzen. Sehr zu Ihrem Wohle und viel Freude in unserem bunten Berlin!

Ihr Hagen Hoppenstedt

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