Sightseeing auf Rädern: Eine Busfahrt durch Berlin

Berlin ist groß und hat viel zu bieten. Wenn die Zeit knapp ist, bietet sich eine Stadtrundfahrt an. Eine kostengünstige Alternative zu den organisierten Touren bietet die 100er-Linie der Öffentlichen Verkehrsbetriebe. Sie  führt an zahlreichen Sehenswürdigkeiten vorbei. Allerdings sollten Besucher mit einem Reiseführer ausgestattet sein, denn Geschichten rund um die Attraktionen bietet der Busfahrer in diesem Fall nicht. Dafür kann man zwischendurch einfach aussteigen und die Tour mit dem nächsten 100er fortsetzen.

 

Die Fahrt beginnt am Bahnhof Zoologischer Garten, direkt um die Ecke des Hotel Palace. Von hier aus geht es den Kurfürstendamm entlang, vorbei an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, die die Berliner aufgrund des im Zweiten Weltkrieg zerbombten Daches liebevoll „Hohlen Zahn“ nennen. Es geht Richtung Tiergarten, einem 210 Hektar großen Parkgelände. Zwischen zwitschernden Vögeln und umherspringenden Hasen ist der Großstadttrubel schnell vergessen. Bei gutem Wetter lohnt sich ein Spaziergang durch diese Oase.

„Vom Reitweg zum Boulevard“: In unserem älteren Blog-Beitrag finden Sie mehr zur Geschichte des Kurfürstendamms.

Als nächstes umrundet der Bus die Siegessäule. Die Spitze des fast 150 Jahre alten Kriegsdenkmals ziert die Siegesgöttin Viktoria – im Berliner Volksmund aufgrund ihrer strahlenden Farbe nur salopp als Goldelse bezeichnet. Wer die 285 Stufen im Turm hinaufkraxelt, kann ihr oben einen Besuch abstatten.

Eine Fahrt durch die Geschichte

Vorbei am Sitz des Bundespräsidenten, dem Schloss Bellevue, führt der Weg entlang der Spree zum Reichstag mit seiner gläsernen Kuppel. Von dort aus ist es nur noch ein Katzensprung zu einem der wichtigsten Wahrzeichen Berlins – dem Brandenburger Tor.

Entlang der berühmten Allee Unter den Linden bekommen Besucher unter anderem das Hauptgebäude der Humboldt-Universität, die Staatsoper und den Bebelplatz, auf dem die von den Nationalsozialisten organisierte Bücherverbrennung stattfand, zu sehen. Das Deutsche Historische Museum und das Zeughaus sind weitere Sehenswürdigkeiten entlang der Prachtstraße. Die Fahrt endet schließlich am Fernsehturm auf dem Alexanderplatz, einst Wahrzeichen der DDR. Die gesamte Strecke führt einmal vom Herzen des ehemaligen West- ins frühere Zentrum Ost-Berlins – ein Ritt durch die Historie der Hauptstadt in gerade einmal 30 Minuten. Es lohnt sich.

Info: Die Linie 100 fährt tagsüber alle fünf Minuten. Die gesamte Fahrt dauert etwa eine halbe Stunde. Das Ticket kostet 2,70 Euro, gilt zwei Stunden und es ist möglich, an den Haltestellen aus- und wieder einzusteigen.

Kommentierte Stadtrundfahrten gibt es viele in Berlin. Einige bieten auch Besonderheiten, etwa der Comedy Bus, der eher abseits der Touristenpfade fährt und in dem Bühnenkünstler als Reiseleiter auftreten. Oder auch die Musiktour, die zu den Orten führt, an denen Iggy Pop und David Bowie, Die Ärzte, Nina Hagen und Seeed verkehrten und musizierten. Bei gutem Wetter lohnt sich eine Tour mit dem Boot – Tipps sowie eine Übersicht zur Entdeckung Berlins von der Spree aus lesen Sie unserem Beitrag „Vom Wasser aus neue Perspektiven entdecken“.

 

Fotos:
 
Reichstag: Reichstag (1) © visitBerlin, Foto: Wolfgang Scholvien
Brandenburger Tor: Brandenburger Tor/Brandenburg Gate (4) © visitBerlin, Foto: Wolfgang Scholvien
Fernsehturm: Fernsehturm/TV Tower © visitBerlin, Foto: Wolfgang Scholvien
Goldelse: Siegessäule/Victory Column (1) © visitBerlin, Foto: Wolfgang Scholvien
Berliner Dom: Berliner Dom/Berlin Cathedral (2) © visitBerlin, Foto: Wolfgang Scholvien
Hohler Zahn: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche/Kaiser Wilhelm Memorial Church © visitBerlin, Foto: Wolfgang Scholvien
 

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